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Emily Ratajkowski: Feministin, Aktivistin, Sexsymbol

Erklingt der Name Emily Ratajkowski, hat man(n) die amerikanische Schönheit vermutlich leicht bekleidet in einer aufreizenden Pose vor Augen. Denn so präsentiert sie sich gerne und stolz auf ihrem Instagram-Account und bei ihren Model-Shoots: in Bademode, Unterwäsche oder atemberaubenden Abendroben, stets mit festem Blick und selbstbewusster Pose. Diese offen gelebte Erotik scheint im Gegensatz zu vielen anderen im Model-Business nicht rein berufsbedingt zu sein. Ratajkowski macht aus ihrer Sexualität kein Hehl und sieht in ihrer Offenheit ein gesellschaftliches Statement. Neben ihrer erfolgreichen Arbeit als Model und Schauspielerin ist sie bekennende Feministin und engagiert sich aktiv für politische Agenden. Ihre Art, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren, wird dabei immer wieder zum Thema gemacht – von Kollegen, den Medien und ihr selbst.

Von Blurred Lines zu Gone Girl

Als Kind zweier Künstler wuchs Emily in Kalifornien auf, verbrachte aber einen großen Teil ihrer Kindheit in Irland und Spanien. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Theater und bereitete Shows für ihre Familie vor. Im Alter von 14 Jahren wurde sie von der renommierten Agentur Ford Models unter Vertrag genommen. Nur kurze Zeit später hatte sie erste Gastauftritte in Kinder- und Jugendserien wie iCarly, konzentrierte sich aber zunächst auf ihre Model-Karriere. Kampagnen und Editorials mit dem Starfotografen Tony Duran bescherten ihr internationale Bekanntheit. Der absolute Durchbruch gelang ihr jedoch durch ihren legendären Auftritt im Musikvideo zu „Blurred Lines“ von Robin Thicke und T.I. Pharrell. Das Video, in dem Emily Ratajkowski fast nackt um die beiden vollständig bekleideten Sänger hopst, wird bis heute als sexistisch und degradierend kritisiert. Dieser Darstellung widerspricht Emily, die auf den ironischen Unterton des Videos hinweist. Die Kontroverse von Feminismus in Verbindung mit Nacktheit begleitet ihre Karriere bis heute. Auf den berüchtigten Videoauftritt folgten Krönungen zur Woman of the Year, Cover-Features bei großen Magazinen und schließlich Rollen in großen Filmen. So stellte sie Ben Affleck's Geliebte im hochgelobten Psychodrama „Gone Girl“ dar. Ihre erste Hauptrolle folgte an der Seite von Zac Efron im Musikdrama „We Are Your Friends“. Neben ihrer Model- und Schauspiel-Karriere geht sie nun unter die Designer: Im November 2017 erschien ihre Bademoden-Linie „Inamorata Swim“ bestehend aus – wenig überraschend – äußerst knappen, figurbetonten Bikinis und Einteilern.

Feminismus und Erotik

Schon seit dem Beginn ihrer Karriere bezeichnet sich Emily Ratajkowski als Feministin und setzt sich immer wieder für Frauenrechte ein. Doch dafür erntet sie nicht nur Unterstützung. Immer wieder hagelt es Kritik an ihrem öffentlichen Auftreten, oft wird ihr Pseudo-Engagement unterstellt. Der Grund: Ihre Kritiker werten ihr aufreizende Selbstinszenierung als antifeministisch. Die aktuellste Kontroverse dreht sich um ein Video, in dem sich Emily für das LOVE Magazin leicht bekleidet in öliger Pasta räkelt. Der britische Moderator Piers Morgan witzelte „Das ist Emily Ratajkowski, wie sie für den Feminismus wirbt“ und fügte bissig hinzu, die feministische Ikone Emmeline Pankhurst würde sich wohl gerade übergeben.

Ratajkowski bezeichnete diese Aussage als sexistisch, da sie Frauen vorschreibe, wie sie sich und ihre Sexualität zu präsentieren hätten. Immer wieder kritisiert sie, das vor allem Frauen oft nicht ernst genommen werden, weil sie sich erotisch inszenieren und plädiert dafür, sowohl sexy als auch seriös sein zu können. Denn ist Feminismus auch das Recht einer Frau, sich nackt zu zeigen, zu flirten und Sex zu haben wie sie will, ohne dafür Respekt und Achtung einbüßen zu müssen.

Emily setzt sich nicht nur für Frauenrechte ein, sondern unterstützte auch während den Präsidentschaftswahlen in den USA aktiv den Kandidaten Bernie Sanders. Neben tatkräftiger Publicity auf ihren Social Media-Kanälen hielt sie eine Rede auf einer Wahlveranstaltung in New Hampshire. Auch aufgrund dieses Engagements erntete sie Hasskommentare, die ihr aufgrund ihres Berufes ihre Seriosität absprachen. Doch Ratajkowski zeigt keine Anzeichen, sich beirren zu lassen und tritt weiterhin tatkräftig für ihre Anliegen ein. Wir ziehen den Hut vor so viel Standhaftigkeit, Mut und Talent!

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