Tipps für Berlin: Die Hauptstadt mit dem gewissen Etwas

„Berlin ist keine Stadt, sondern eine Lebenseinstellung.“ Während viele europäische Hauptstädte mit romantischen Altstädten und bekannten Sehenswürdigkeiten aufwarten, punktet Berlin vor allem mit seinem ganz eigenen Charme. Kaum jemand besucht die deutsche Hauptstadt, um endlich einmal das Brandenburger Tor und den Fernsehturm zu sehen. Vielmehr locken das Flair, das kulturelle Angebot und nicht zuletzt die Berliner Besucher aus der ganzen Welt an. Tipps für Berlin können daher nicht aus einer Liste der Sehenswürdigkeiten bestehen. Wir haben daher für euch zusammengefasst, welche Aspekte von Berlin ihr erleben müsst.

Geschichte zum Anfassen

Wenige Städte schaffen es, Welt- und Europageschichte so authentisch zu vermitteln, wie Berlins Kulturstätten.

Am berühmtesten ist dabei wohl die Berliner Mauer. Von dieser existiert nur mehr ein kleiner Teil, der 1990 kurz nach dem Mauerfall von internationalen Künstlern eindrucksvoll bemalt wurde – die East Side Gallery. Unser Tipp: Fahr mit der Bahn bis Warschauer Straße oder Ostbahnhof und spazier von dort aus die 106 Kunstwerke entlang. Falls du noch mehr über die Geschichte der Mauer lernen willst, kannst du außerdem das Berlin Wall Memorial besuchen.

Wahrhaftig in die Vergangenheit eintauchen lässt sich am Checkpoint Charlie – der bekannteste  ehemalige Kontrollpunkt im geteilten Berlin. Ein Nachbau der 1990 abgerissenen Kontrollhütte erinnert an die frühere Trennung zwischen Ost und West. Und auf einem 900 Quadratmeter langen Panorama-Bild, das sich von einem Podest aus betrachten lässt, zeigt der Künstler Yadegar Asisi einen fiktiven November-Tag im Berlin der 80er Jahre.

Nicht unerwähnt bleiben darf selbstverständlich das Holocaust-Mahnmal. Unter dem bekannten Stelenfeld, das an die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden Europas erinnert, befindet sich der „Ort der Information“, an dem sich Besucher weiter über die Geschichte der Judenverfolgung und -vernichtung informieren können.

Facettenreiche Kulinarik

Berlin ist gleichzeitig die Stadt der Currywurst und die der meisten Restaurants mit Michelin-Sternen in Deutschland. Genauso vielseitig ist auch das restliche kulinarische Angebot. Klassische deutsche Küche reicht sich an orientalisches Streetfood und vegane Konditoreien. Hier sind spezielle Kulinarik-Tipps für Berlin, die man nirgends sonst wo findet:

Currywurst

Den Magenfüller gibt es so gut wie an jeder Ecke. An einen schnellen Imbiss Perfektionsansprüche zu stellen, ist an sich ein schwieriges Unterfangen. Die Wursterei am Bahnhof Zoo behauptet unter dem Motto „Wir lieben Wurst“ trotzdem, die perfekte Currywurst zuzubereiten. Frisch, regional und ohne Konservierungsstoffe werden die Würste zubereitet und fettlos gebraten. Die Kunden können anschließend aus vier Currysoßen und verschiedenen Gewürzmischungen wählen.

Döner-Buden

Ein weiterer Nachtschwärmer-Snack, der sich zum Food-Trend entwickelt hat. Döner aus Berlin ist sogar so berühmt, dass er in anderen Ländern kopiert wird. Die Bude „Berliner Döner“ im österreichischen Wien galt beispielsweise schon kurz nach der Eröffnung als beste Anlaufstelle der Stadt. In der deutschen Hauptstadt hat sich Mustafa's Gemüse-Kebab zum Pflichtstopp entwickelt – allerdings eher für Touristen als für Locals.

Hippes Frühstück

Den Start in den Sonntag mit einem ausgedehnten Frühstück sollte man sich in Berlin nicht entgehen lassen. Auch hier ist die Auswahl scheinbar endlos. Berlin wird sogar als „Hauptstadt des Frühstücks“ betitelt. Frühstück von 9-19 Uhr ist keine Seltenheit, was nicht wenig mit der ausgeprägten Feierkultur zu tun hat. Sehr beliebt ist beispielsweise das Café Einstein, das Wiener Flair vermittelt.

Street Food-Märkte

Vor allem in den letzten Jahren sind Food Trucks und Street Food zu echten Berliner Trends geworden. Über die ganze Stadt verteilt poppen mehr oder weniger regelmäßig mobile kulinarische Erlebniswelten auf. Der große Vorteil: Hier gibt es jegliche Geschmacksrichtung an einem Ort vereint. Besucher können sich stundenlang durch Geschmäcker aus aller Welt testen. Besonders beliebt ist der Street Food-Markt in der Markthalle 9 jeden Donnerstag.

(Feier-)Kultur

Das Berliner Nachtleben ist legendär. Das weltberühmte Berghain hält sich schon jahrelang in den Top 20 der 100 besten Clubs der Welt laut dem DJ Mag. Technofans aus aller Welt harren oft stundenlang davor aus, um möglicherweise trotz allem an der strengen Türpolitik zu scheitern. Aber auch abgesehen davon hat Berlin bei Nacht viel zu bieten – wobei „Nacht“ sehr tolerant definiert wird und gerne bis in die Mittagsstunden des nächsten Tages gehen kann.

Abgesehen von den wilden Parties lockt die Berlinale jedes Jahr die Welt nach Berlin. Die Filmfestspiele finden 2018 von 15. bis 25. Februar statt.

Museumsliebhaber finden ihr Glück auf der Museumsinsel – ein beeindruckendes Bauensemble, das Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte Europas beherbergt.