Wie finde ich meine eigene Vision?

von Mai 9, 2018 Management
Vision

Viele Menschen sind heutzutage unzufrieden mit dem, was sie tun. Oder besser gesagt tun müssen, denn nach Ausbildung oder Studium wartet meistens nur die Arbeit, die von Montag bis Freitag auf Trab hält und einen großen Teil des Lebens einnimmt. Mehr, als den meisten lieb ist. So lebt man in dem Glauben, dass Wochentage nichts wert sind und freut sich umso mehr auf das Wochenende, welches genauso schnell verfliegt, wie es gekommen ist.
Es muss jedoch nicht immer das Hamsterrad der Arbeit sein, welches Unzufriedenheit auslöst. Auch kann es der Mangel an klaren Zielen oder eine nicht erfüllende Partnerschaft sein. Hakt man nach, stellt man fest, dass es vielen Menschen an einer Vision fehlt – dabei sind die Menschen, die eine eigene Vision für ihr Leben entwickelt haben und diese auch verfolgen, die glücklichsten. Es lohnt sich also, in sich zu gehen und sich auf die Suche zu machen nach der eigenen Vision, die fortan zu einem selbst bestimmten Leben führt.

Bevor ich meine eigene Vision finden kann: Was ist eine Vision?

Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es sinnvoll, zunächst die Bedeutung des Wortes zu analysieren. Was genau ist mit „Vision“ eigentlich gemeint? Wir sprechen schließlich nicht von Dingen, die Propheten oder Drogenkonsumenten vermeintlich sehen, wenn sie alleine sind. Nein, die Rede ist von einer Vision, die dem eigenen Kopf entstammt, zielgerichtet ist und einen Bezug zum realen Leben hat. Eine Vision beschreibt also eine richtungsweisende, erneuernde Zukunftsvorstellung. Sie kann ein Herzenswunsch sein, eine Idealvorstellung oder ein konkretes Ziel – wichtig ist, sie zu finden und dann beherzt zu verfolgen. Wer seine Vision findet, lebt selbstbestimmter und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, weil er auf sein Herz hört und das, was er sich vorstellt, unbeirrt verfolgt. Um die eigene Vision zu entdecken und alte Strukturen aufzubrechen, gilt es, die nachfolgenden Aspekte zu beleuchten. Sie sind eine große Hilfe auf der Suche und können direkt oder indirekt zum Ziel führen.

Emotionen

Mit welchen Emotionen sehe ich mich tagtäglich konfrontiert? Und welche Dinge, Personen oder Ereignisse sind es, die diese auslösen?
Auf der Suche nach der eigenen Vision spielen Emotionen eine große Rolle. Während sich rationale Menschen bei dieser Übung schwer tun werden, kann sie für Gefühlsmenschen eine regelrechte Offenbarung sein. Dabei gilt es darauf zu achten, was positive Emotionen auslöst. Und welche davon als besonders wertvoll empfunden werden. Für den einen ist es das Surfen auf offenem Meer (Gefühle: Freiheit, Glück, Selbstverwirklichung, Vision: Surflehrer werden), für den anderen ist es das Zusammensein mit einer Frau, die über alle Maßen begeistert (Gefühle: Glück, Freude, Geborgenheit, Vision: Heirat und gemeinsame Zukunft).

Gedanken

Welche Gedanken beschäftigen mich tagsüber? Woran denke ich abends, wenn ich mich ins Bett lege und kurz vor dem Einschlafen bin? Wer in der Lage ist, seine Gedankenwelt zu reflektieren, wird ebenfalls schnell den Fokus auf die richtigen Dinge legen. Denn unsere Gedankenwelt wird durch das Unterbewusstsein gesteuert, welches uns dadurch indirekt verrät, wonach wir uns heimlich sehnen. Aufschlussreich ist dabei vor allem das, was einem abends während einer Ruhephase durch den Kopf geht, denn tagsüber ist man abgelenkt vom Alltag und oberflächlich wichtigen Dingen der Arbeit.

Motive

Was treibt mich an, was sind die Gründe, für die ich jeden Morgen aufstehe? Motive sind die Antriebsmittel, die einen durch den Alltag peitschen. Achtung: „Arbeit“ als einzelner Punkt ist kein echtes Motiv, um morgens aufzustehen. Im schlimmsten Fall kann dieses Motiv als Existenzangst bezeichnet werden, viel eher ist es aber das Streben bzw. der Wunsch nach Geld, um sich etwas Schönes leisten zu können. Somit sollte das Geld-Motiv näher hinterfragt werden: Besteht vielleicht der Wunsch, richtig viel Geld zu verdienen? Dann könnte die Vision sein, Topverdiener zu werden. Oder ist es der Wunsch, die eigene Familie zu versorgen? Dann könnte die Vision sein, mit dem erwirtschafteten Geld ein Haus zu bauen.

Interessen

Was fesselt mich, wofür brenne ich, welche Freizeitaktivitäten betreibe ich gerne?
Auch hier ist es interessant, sich näher mit den einzelnen Tätigkeiten zu beschäftigen. Wurde etwas davon in der Vergangenheit vernachlässigt und besteht der Wunsch, mehr Zeit damit zu verbringen? Vielleicht sogar so, dass das Hobby zu einer gewinnbringenden Tätigkeit werden könnte? Dann ist man auf dem besten Weg, seine Vision zu finden. Wer beispielsweise leidenschaftlich gerne kocht, beim Bürojob aber keine Selbstverwirklichung findet und das vorhandene Talent nicht anbringen kann, entwickelt vielleicht schon bald die Vision, ein eigenes Restaurant zu öffnen und findet darin seine Bestimmung.

Werte

Für welche Werte stehe ich? An welchen Werten halte ich in meinem Leben fest?
Für manche Menschen steht der Wert „Freiheit“ oder „Unabhängigkeit“ beispielsweise an oberster Stelle. Die Strukturen kapitalistischer Systeme machen es uns allerdings schwer, wahre Freiheit oder Unabhängigkeit zu erzielen, weil der finanzielle Aspekt bedacht werden muss. Doch auch hier gibt es vor dem Hintergrund der eigenen Vision Lösungsansätze. Einer davon besteht darin, sich ein passives Einkommen aufzubauen und finanzielle Unabhängigkeit als Vision im Blick zu haben. Dies ist zwar kein leichter Weg, aber ein umso erfüllender. Je näher das Ziel in Sichtweite rückt, desto realer wird die Umsetzung der Vision. Für andere Menschen zählt der Wert „Familie“ – so dass die eigene Vision darin besteht, eine kleine Familie zu gründen.

Fazit

Um seine eigene Vision finden zu können, gilt es, die Dinge näher zu betrachten, die als erfüllend oder wegweisend empfunden werden. Dazu braucht es nicht mehr als gesunde Selbstreflektion und ein paar reife Überlegungen – der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben liegt schon in uns, wir müssen ihn lediglich finden.