Waldorf-Astoria New York – die Legende lebt!

von Februar 12, 2018 Lifestyle
Waldorf-Astoria Hotel

Es gibt nur sehr wenige Hotels auf der Welt, die zu den wirklich einzigartigen, legendären und exklusiven Häusern zählen und deren Klang ihres Namens Eleganz, Stil und Glamour verspricht – das Waldorf-Astoria New York gehört zweifellos dazu. Das Hotel in New York ist das Stammhaus – mittlerweile existiert unter diesem Namen weltweit eine Kette von Luxushotels, die zur Hilton-Gruppe gehören. Seit 2012 gibt es ein Waldorf-Astoria auch in Deutschland, im Herzen von Berlin, in der Nähe des Kurfürstendamms.

Geschichte

Das Hotel „Waldorf-Astoria“ in New York City steht da, wo die vornehme Park Avenue und die Fifth Avenue zusammenstoßen. Das berühmte Luxushotel, das zur Hilton-Gruppe gehört, hat eine lange Tradition. Ursprünglich gab es zwei Häuser, das „Waldorf“, das seit 1893 existiert, und wenig später das „Astoria“. Obwohl es zunächst aufgrund von Familienstreitigkeiten zwei getrennte Hotels waren, fusionierten die beiden schließlich. Knapp vier Jahrzehnte später musste es dem Empire State Building weichen, der Neubau des Waldorf-Astoria auf der Park Avenue, Hausnummer 301, wurde 1931 eingeweiht. 

Es war seinerzeit das größte Hotel der Welt, die Eröffnung des prachtvollen Art-Deco-Baus mit 47 Stockwerken ein nationales Großereignis. Das Waldorf-Astoria erstreckt sich über einen ganzen Block und verfügt über eine Zimmerkapazität von rund 1.400 Zimmern. Entworfen hat es das Designbüro Shultze und Weaver, seit 1993 ist es ein historisches Wahrzeichen. Unzählige Berühmtheiten sind seit dieser Zeit im Waldorf-Astoria abgestiegen und deren Geschichten, Skandale und Erlebnisse sind inzwischen genauso legendär wie das berühmte Hotel. Zahlreiche Filme wurden hier gedreht: Marilyn Monroe, Grace Kelly, Elizabeth Taylor und Frank Sinatra zählten zu den Gästen. Queen Elizabeth war in den 1950er Jahren hier zu Gast.

Waldorf-Astoria HotelNachtleben in New York

Zwischen den 1930er und 1950er Jahren war das Waldorf-Astoria ein fester Bestandteil des New Yorker Nachtlebens. Die Bigbands von Count Basie und Glen Miller gingen hier ein und aus und mit der Radiosendung „Direct from the Starlight Roof of the Waldorf-Astoria“ wurde ihr Sound in Amerikas Wohnzimmer übertragen. Der Violinist Xavier Cugat war einer der verrücktesten Stars – der „Rumba-König“ aus Spanien leitete auch das Stammorchester des Hotels. Mit seinen Eskapaden brachte er den damaligen Hotelmanager Lucius Bommer oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Jesse Owens, schnellster Mann der Welt

1936 gewann der US-Leichtathlet Jesse Owens als erster Sportler bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin vier Goldmedaillen. Bei seiner Heimkehr wurde er in einer offenen Limousine zu einem eigens für ihn ausgerichteten Empfang im Ballsaal des Waldorf-Astoria gefahren. Allerdings mußte er, um dorthin zu gelangen, den Lastenfahrstuhl des Hotels benutzen, denn Schwarze wie Owens hatten zu dieser Zeit allenfalls als Angestellte Zutritt.

Cole Porter, eine eigene Story

Auch der 1964 verstorbene Cole Porter, Komponist von zahlreichen Welthits, gehörte zu den ständigen Gästen in den Luxustürmen des Waldorf-Astoria. Seine private Suite im 33. Stock des Hotels ist legendär. Für die 10-Zimmer-Suite mit knapp 500 Quadratmetern importierte der Musiker  eigens antiken Parkettboden aus einem französischen Schloss, an den Wänden hingegen teure Orientteppiche und die Bibliothek ließ Porter sich mit echtem Schildkrötenleder auskleiden. Ein Klavier aus Mahagoni vervollkommnete die Einrichtung. Das Klavier kann man heute in der Lobby des Hotels besichtigen und bewundern.

Elsa Maxwell, „Madame of the Waldorf“ und Partyqueen

Eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Waldorf-Astoria war Elsa Maxwell, eine enge Freundin von Cole Porter. Sie veranstaltete nicht nur die besten Partys der Stadt, sondern war auch eine anerkannte Gesellschaftskolumnistin. Ihre sagenhaften Bälle waren berühmt und ieder ihrer Bälle hatte ein Thema und wenn das Motto Indien war, dann scheute sich das Management auch nicht, lebendige Elefanten in den Grand Ballroom zu schaffen.

Aber sie ging in den 1930er Jahren noch einer anderen Beschäftigung nach: sie betrieb eins der exklusivsten Bordelle der Stadt. Jeden Sonntag trafen sich die Zuhälter in Maxwells Hotelzimmer zum Brunch um die wöchentlichen Provisionen für Madame in die Bowleschale zu werfen.

Claudius Charles Philippe, Herrscher der Bankette

Seit den 1940er Jahren war Claudius Charles Philippe der ungekrönte König der Gastronomie im Waldorf-Astoria. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Oscar Tschirky, der auch den berühmten Waldorfsalat erfunden hatte, galt er als arrogant, wenig feinfühlig und gnadenlos. Die fehlende soziale Kompetenz machte er mit seiner außergewöhnlichen Geschäftstüchtigkeit wett.  Angeblich sorgte er in den 28 Jahren seiner Tätigkeit als oberster Bankettmanager für 150 Millionen Dollar Umsatz. Sehr ungeschickt stellte er allerdings die Teilhabe am großen Kuchen an: 1958 wurde er wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Die Verurteilung wartete die Geschäftsleitung gar nicht mehr ab. Philippe wurde umgehend entlassen.

Nathan Cummings und die 100-Millionen-Dollar-Suite

Die Suite des amerikanischen Großindustriellen Nathan Cummings im Waldorf-Astoria erinnerte in den 1970er Jahren an ein Museum. Moderne Skulpturen und peruanische Keramik waren auf die Zimmer verteilt und an den Wänden hingen Werke von Chagall, Matisse, Degas, Monet, Renoir und Picasso. Diese Sammlung, die nur ein Teil der gesamten war, wurde damals bereits auf 100 Millionen Dollar geschätzt. Seine Nachbarin, die Herzogin von Windsor, lieh sich gerne immer wieder eins der kostbaren Werke zur Dekoration für ihre Suite aus.

Die ungeliebten Windsors und die Royal Suite

Der Herzog und die Herzogin von Windsor waren nicht nur bei ihren Verwandten reichlich unbeliebt. Prinz Edward und seine amerikanische Frau Wallis Simpson waren Ende der 1930er Jahre auch im Waldorf-Astoria nicht besonders willkommen. Dabei war ihre Royal Suite aus verschiedenen Gründen ein echtes Schnäppchen gewesen, denn die königlichen Herrschaften hatten sich zu einem Zeitpunkt einquartiert, als sich die New Yorker Hotels aufgrund einer Wirtschaftskrise einen erbitterten Preiskampf lieferten. Beim Personal gerieten sie wegen der miserablen Trinkgelder und der ständigen Nörgeleien am Service in Verruf. Nichtsdestotrotz residierten sie Ende der 1950er Jahre immer noch in dem Luxushotel an der Park Avenue, und das weiterhin zu einem unverschämt niedrigen Preis.

Nikita Chruschtschow und der Fahrstuhl

Für große Aufregung sorgte 1959 der Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten, Nikita Chruschtschow. Präsident Eisenhower hatte den Vollblut-Kommunisten eingeladen – es war eine Sensation. Mehr als 2.000 Geschäftsleute drängelten sich im Ballsaal um bei dem Auftritt des obersten Sowjets dabei zu sein. Das Missgeschick, das Chruschtschow auf dem Weg zur Veranstaltung ereilte, hätte beinahe in einer Katastrophe geendet. Zwischen dem 23. und 24.

Stock blieb der Fahrstuhl stecken. Die Agenten des KGB und des Secret Service waren in höchster Alarmbereitschaft, da sie einen Anschlag vermuteten. Zur allgemeinen Erleichterung stellte sich jedoch heraus, dass es sich lediglich um einen technischen Defekt handelte. Das Hotelmanagement entschuldigte sich ausführlich und alle Beteiligten konnten zur Tagesordnung übergehen.

Die Präsidentensuite

Seit Herbert Hoover verbrachten alle Präsidenten ihren Aufenthalt im Waldorf-Astoria, was vor allem Sicherheitsgründe hatte, da das Hotel seit jeher über einen unterirdischen Zugang verfügt. Präsident Franklin D. Roosevelt und General Douglas MacArthur nutzten zur heimlichen Anreise sehr gerne den hoteleigenen Bahnsteig, von dem man von der acht Häuserblocks entfernten Central Station direkt in das Hotel gelangen konnte.

Mittlerweile ist es bei den Präsidenten Brauch geworden, nach ihrem Aufenthalt etwas zum Inventar der Suite beizusteuern. Kennedy spendete einen Schaukelstuhl, Ronald Reagan einen goldenen Spiegel und Jimmy Carter ein Schreibset. Ob Obama bereits einen persönlichen Gegenstand hier gelassen hat, ist nicht bekannt.

Waldorf-Astoria HotelDas Waldorf-Astoria wird umgebaut – Ende einer Ära?

Seit 1.1.2017 ist das berühmteste Hotel der Welt geschlossen und soll umgebaut werden. Die neuen Besitzer, eine chinesische Versicherungsgesellschaft, die das Hotel für zwei Milliarden Dollar von der Hilton-Gruppe übernommen haben, wollen den Wolkenkratzer komplett aushöhlen und für rund eine Milliarde Dollar umbauen. Von den 1.400 Zimmern sollen etwa 500 modernisiert, die übrigen Suiten in Luxusappartements umgebaut werden.

Ward Morehouse III. wuchs im Waldorf-Astoria auf, er ist Theaterkritiker und Schriftsteller, und wirkt wie eine Erscheinung aus einer anderen Zeit, ein Dandy alter Schule. Er kennt und liebt das Hotel mit all seinen Facetten seit seiner Kindheit. Dennoch ist er nicht gegen den Umbau, obwohl viele das Ende einer Institution befürchten, die über weite Teile des 20. Jahrhunderts der Inbegriff des New Yorker Glamour war. Er hingegen sagt: „Ich mag die Leute nicht, die immer behaupten, früher sei alles besser gewesen.“ Er bevorzugt es, an die Zukunft zu glauben und er ist davon überzeugt, dass das Waldorf-Astoria künftig noch schöner sein werde.