Kleider machen Leute – Warum es nicht nur auf die inneren Werte ankommt

Kleider machen Leute
Kleider machen Leute

Geschichte

Betrachtet man die Historie der Mode, so kann man feststellen, dass die allerersten Anfänge der Bekleidung, vor rund 35.0000 Jahren, bis in die Steinzeit zurückreichen. Zunächst hatte sie lediglich die Aufgabe, die Menschen vor den verschiedenen Witterungseinflüssen zu schützen. Sehr schnell entwickelten sich jedoch Elemente, die wir heute als Statussymbol werten können, d.h. die Kleidung wurde ein Mittel zur Selbstdarstellung und zeigte z.B., welche Stellung jemand in der Gesellschaft einnahm.
Später spielten auch Farben eine bedeutende Rolle. So gab es durch die Jahrhunderte Farben, die der Oberschicht bzw. dem Adel vorbehalten waren, die arbeitende Bevölkerung kleidete sich bevorzugt in erdfarbene Brauntöne, zumal sie sich die entsprechenden Materialien gar nicht leisten konnte.

Machen Kleider Leute?

Seit der Antike machte die Kleidung durch die verschiedenen Kulturepochen eine facettenreiche Entwicklung, die geschlechtsspezifisch, altersspezifisch und standes- und klassenspezifisch geprägt war. Zahlreiche Konventionen bestimmten die Kleiderordnung bzw. den Dresscode, wie wir heutzutage sagen würden. Lediglich einzelne Elemente haben sich bis in unsere Zeit erhalten. Zudem gibt es bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Piloten, Polizisten u.ä. oder auch Ordensgemeinschaften mit einem absolut verbindlichen Dresscode.
Mit Beginn der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich die Kleidung immer stärker zu individualisieren. Die verschiedenen Reformbewegungen der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts spielten hierbei eine große Rolle, vor allem hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Vorgaben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kann man, ähnlich wie in der Literatur, nun von der Stunde Null sprechen. Alles war nun möglich, die modische Entwicklung vollzog sich in immer kürzeren Zeitabständen, eine Reihe von Modeschöpfern dominierten die Szene.
Und dennoch: so manche Konventionen haben sich bis in unsere Zeit erhalten, was sich in erster Linie im Berufsleben zeigt: die Regeln, die dort bezüglich des Dresscode herrschen, sollte man einwandfrei, d.h. weder over- noch underdressed sein, beherrschen, nach dem Motto: Kleider machen Karriere! Mode bzw. Kleidung bedeutet prinzipiell und nicht nur im Beruf, nonverbale Kommunikation.

Kleider in der Moderne

In den Zeiten der Individualisierung sagen manche Menschen gerne, dass dies doch alles Äußerlichkeiten seien und es letztlich auf die inneren Werte ankäme. Über diese These kann man lange nachdenken, aber man kann sich auch vorstellen, ob man als Chef eines weltweit operierenden Unternehmens einen ungepflegten Kandidaten mit entsprechendem Outfit, und seien die Noten noch so gut, einstellen würde!?
Auch im Freizeitbereich gilt noch so manche Kleiderordnung, sei es bei der Abendgarderobe, bei Festen, Hochzeiten, Trauerkleidung etc. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man in der Oper vom Logenschließer nicht eingelassen wurde, wenn die Kleidung nicht stimmte!
Last but not least signalisiert ein ansprechendes und angemessenes Outfit auch immer den Respekt, den ich meinem Partner im sozialen Miteinander entgegenbringe.