John McCain – kämpfen bis zuletzt!

von August 26, 2018 Portraits
McCain

Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben für ihre Ziele kämpfen und sich von nichts beirren und keinen Widerstand gelten lassen – zu ihnen gehört der US-Senator John McCain aus Arizona.

Ende Mai erschien sein letztes Buch „The Restless Wave“, in dem er die Leser bittet, mit ihm zusammen „ein glückliches Leben im unperfekten Dienst für ein aus Idealen gemachtes Land“ zu feiern. In diesem Buch rechnet John McCain mit sich selbst ab, mit Amerika, aber in erster Linie mit Donald Trump.

Das Buch ist auch ein Vermächtnis: John McCain hat es, wie schon mehrere Bücher zuvor, zusammen mit seinem ehemaligen Stabschef Mark Salter verfasst. Er liefert in diesem Buch ein Resümee wie er sein Land sieht und was ihm für die Zukunft  dieses Landes wichtig ist. John McCain ist einer der angesehensten Politiker in Amerika. Seinen Spitznamen „Maverick“ hat er sich dadurch verdient, da er auch nicht davor zurückschreckt, gegen die Mehrheit seiner eigenen Partei zu agieren.

John McCain wurde am 29. August 1936 auf der US-Militärbasis Coco Solo in der Panama-Kanalzone geboren, sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Admirale der US-Navy. Nach Beendigung seiner Schulzeit diente er zunächst als Bodenkampfflieger beim Militär, später nahm er als Marineflieger der Navy am Vietnamkrieg teil, in dem er zu den Überlebenden der Forrestal-Katastrophe gehörte. Von 1967 bis 1973 war er in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft, durch die dort erlittene Folter litt er zeitlebens unter körperlichen Beschwerden und Behinderungen. Donald Trump hatte sicher seinerzeit dem Kriegsdienst mit einem Attest entzogen, was ihn später nicht hinderte, McCain on seiner Gefangenschaft zu verspotten. Im Rang eines Capitains trat  John McCain 1980 aus der Navy aus.

John MacCain war zweimal verheiratet und hat sieben Kinder: vier leibliche, ein Adoptivkind und zwei Stiefsöhne.

Politische Karriere

Seit 1977 war John McCain Verbindungsoffizier der Navy zum Senat der Vereinigten Staaten, wodurch ihm ein Zugang in die Politik ermöglicht wurde. SeIne zweite Ehe mit Cindy Hensley, die aus einer sehr einflussreichen und begüterten Familie in Phoenix (Arizona) stammte, eröffnete ihm die Chancen, eine politische Laufbahn einzuschlagen 1980 zog er mit seiner Familie nach Phoenix und trat bei der Wahl 1982 im 1. Kongresswahlbezirk für das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten an.

1986 wurde John McCain für Arizona in den Senat der Vereinigten Staaten gewählt und gewann mit einem großen Vorsprung. Seit dieser Zeit gehört er dem Senat an, wenn auch die jeweiligen Wahlkämpfe manchmal sehr hart waren, der härteste 2016. Im Oktober 2016 waren als sexistisch bezeichnete Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten öffentlich geworden waren, zog McCain seine Unterstützung für den umstrittenen Donald Trump zurück. Letzterer gewann die Wahl im November 2016 deutlich. McCains aktuelles Mandat läuft bis zum 3.Januar 2023.

Präsidentschaftskandidatur

Bereits im Jahr 2000 bewarb sich John McCain um die Präsidentschaft, er zählte damals innerhalb der Republikanischen Partei als wichtigster Gegenkandidat des Establish-Favoriten George W. Bush. Er gewann zwar die Vorwahlen, konnte sich aber im weiteren Verlauf nicht durchsetzen und unterlag seinem Kontrahenten Bush, unterstützte ihn aber bei der Präsidentschaftswahl 2004.

Als er 2008 wiederum zur Wahl antrat, standen während der Vorwahlen seine Chancen gut,  er  wurde aber schließlich von Barack Obama überrundet, der die Wahl gewann.

Nach der Wahl machte er in der eigenen Partei einen deutlichen Rechtsschwenk, aber er agierte auch mit den Linksliberalen. Weder die eine noch die andere Partei hatten in ihm einen Kandidaten, auf den sie bauen konnten. So schwankte er zwischen Bündnissen mit dem linksliberalen Ted Kennedy beim Thema Einwanderung und z.B. Kriegsdrohungen gegen den Iran für die Hardliner. Aber eine Charaktereigenschaft zeichnet ihn vor vielen anderen Politikern aus: persönlicher Anstand.

John McCain selber nennt sich einen „Reagan-Republikaner“, der für ein starkes Militär, niedrigere Steuern und einen kleinen Staat stehe, der aber nicht seine soziale Verantwortung gegenüber Schwachen leugnet.

McCain verurteilt eindeutig die Folter im Tarnmantel, die „enhanced interrogation techniques“ als auch die Menschenrechtsverletzungen in Dutzenden von Staaten von China bis Zimbabwe.

Er sieht sich nicht als „Tea-Party-Republikaner“ oder „Breitbart-Republikaner“ – so drückt er vornehm seine Verachtung für Donald Trump aus, dessen Amt er trotz allem großen Respekt zollt! Trump ist in McCains Augen jemand dem „Härte oder eine Parodie von Härte aus Reality Shows wichtiger zu sein scheinen als Werte es sind. Mit Schmeichelei sichert man sich seine Freundschaft, mit Kritik seine Feindschaft.“

John McCain war todkrank, er litt an einem Hirntumor und es war ihm ein Anliegen, mit seinem letzten Buch ein Vermächtnis zu hinterlassen: Er will den Amerikanern vermitteln, dass die Vereinigten Staaten nach wie vor der Hoffnungsträger für den Rest der Welt seien. Die Ideale, für die Amerika stehe, seien die besten, um Frieden, Freiheit und Wohlstand zu sichern. „Wir leben im Land der Freien, in dem Land, wo alles möglich ist, in einem Land, das seine reiche Vergangenheit vergisst, weil es in die vorgestellte Zukunft eilt – ein Land, das sich selbst repariert und neu erfindet. Wir sind gesegnet und im Gegenzug sind wir zu einem Segen für die Menschheit geworden.“

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