Jeddah Tower – Der König der Wüste

Jeddah Tower - Saudi Arabien
Hochhäuser - Animation

Die Lage des Jeddah Tower

Entlang des roten Meeres, zwischen den beiden heiligen Städten Mekka und Medina, soll sich die King Abdullah Economic City oder auch Jeddah City erstrecken. Das Projekt wurde 2005 vom namensgebenden König Abdullah ibn Abd al-Aziz vorgestellt. Seit 2013 leben in der im Bau befindlichen Stadt 8000 Menschen. Ab 2020 soll sich die Stadt mit 50000 Einwohnern selbst tragen. Die 168 km² große Stadt liegt ca. 125 km nördlich der saudi-arabischen Stadt Dshiddah und ist für etwa 2 Millionen Menschen ausgelegt. Insgesamt soll das Projekt 20 Milliarden Dollar kosten.

Der Jeddah Tower

Der Jeddah Tower, früher Kingdom Tower, wurde von der Kingdom Holding Company, die im Besitz der Königsfamilie steht, in Auftrag gegeben und ist das Herzstück der ersten Bauphase der King Abdullah Economic City. Er befindet sich nördlich der saudi-arabischen Dshiddah, von der er auch seinen Namen hat und wäre bei Fertigstellung Ende 2019, mit 1007 Metern der höchste Turm der Welt. Umgesetzt wird das Projekt von der Hyder Consulting zusammen mit de Arup. Von den 20 Milliarden, die für das Econimic City Bauprojekt zur Verfügung stehen, verschlingt allein der Jeddah Tower 1,2. Der Architekt des Megaprojekts ist der 72 Jahre alte Adrian Smith, der schon für das Burj Khalifa verantwortlich ist. Dieses ist mit einer Höhe von 828 Metern das bisher höchste Gebäude der Welt und befindet sich in Dubai.

Die Architektur

Die Form des 1007-Meter-Kolosses sieht nicht nur eindrucksvoll aus, sondern hat auch eine wichtige Funktion. Der Architekt Adrian Smith  hat das Design in Anlehnung an das Wachstum von Wüstenpflanzen entwickelt. Die einzelnen Teile des Turmes liegen aneinander so an, dass er sowohl dem Wind als auch der Gravitation trotzen kann. Das gesamte Gebäude ist also aerodynamisch gebaut. Das Design, welches dem Neo-Futurismus zuzuordnen ist, hat auch den Vorteil, dass ein Aufzug nicht den gesamten Turm durchqueren muss, sondern nur in den einzelnen Segmenten fährt. Ansonsten wären die Kabel viel zu lang und der Turm nicht stabil genug. Von oben betrachtet ist das Gebäude spiralförmig und wird nach oben hin dünner, sodass es wie eine Nadel in die Wolken sticht. Auf 652 Metern befindet sich auch die weltweit höchste Aussichtsplattform, die ursprünglich als Helipad gedacht war.

Die Aufzüge – eine Fahrt in die Wolken

Die Aufzüge sind speziell für den Jeddah-Tower von der finnischen Firma Konen angefertigt worden. Denn das System um so weit hinauf kommen zu können, gab es vorher noch nicht. Auch der neue Aufzug schafft nur 660 Meter; das aber ist Weltrekord. Wenn man also in das 167. Stockwerk möchte, muss man auf den drei Sky-Lobbies umsteigen. Im Gebäude werden insgesamt 59 Aufzüge und 12 Rolltreppen eingebaut, 5 der Aufzüge sind Doppeldecker. Diese fahren mit 10 m/s aber weitaus langsamer als normale Aufzüge, da bei dieser Höhe sonst Übelkeit auftreten könnte. Aber um solche Aufzüge zu realisieren, musste noch manches erfunden werden, was es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Denn wenn man normale Stahlseile genommen hätte, wäre der Turm zu schwer und instabil geworden. Also hat die Firma Konen das sogenannte Ultra Rope entwickelt. Dieses spezielle Seil besteht aus dünnen Kohlenstoffsträngen und ist mit Polyurethan umwickelt. Dadurch wiegen die Seile bei gleicher Zugfestigkeit 80 Prozent weniger. Das Ultra Rope nutzt sich auch weniger ab, wodurch die Lebensdauer verdoppelt wird. Hinzu kommt noch, dass dieses Seil nicht geschmiert werden muss, wodurch Wartungen entfallen.

Der Bau und technische Daten

Auf die 167 überirdischen und 2 unterirdischen Stockwerke verteilen sich 439 Appartements, 200 Hotelzimmer sowie mehrere Büros und eine Shopping Mall. Hinzu kommen 2205 Parkplätze. Die gesamte Fläche des Towers beträgt zwischen 319.000 und 530.000 m² (je nachdem wie gezählt wird). Obwohl das Projekt schon 2005 angekündigt wurde, wurde es erst 2011 genehmigt und im Januar 2013 wurde mit den Bauarbeiten des Fundamentes begonnen. Schon vorher wurden die Grundpfeiler eingebaut. Diese haben einen Durchmesser von bis zu drei Metern und sind bis zu 110 Metern hoch. Hergestellt werden sie von der oberbayerischen Firma Bauer AG.

Das Fundament ist ähnlich wie das vom Burj Khalifa, nur sehr viel größer. Es ist etwa 4,5 Meter tief und hat eine Fläche von 7.500 m². Zudem ist der Beton speziell an den Untergrund angepasst, denn er besitzt eine geringe Durchlässigkeit aufgrund des nahegelgenen roten Meeres. Das Fundament hat ein Gesamtgewicht von 900.000 Tonnen. Für den gesamten Bau werden voraussichtlich 500.000 m³ Beton und 80.000 Tonnen Stahl verwendet werden.  Die Bauzeit soll fünf Jahre betragen, aber Spezialisten schätzen sie eher auf sieben Jahre, da allein der Bau des Burj Khalifa sechs Jahre gedauert hat. Das Bauende wurde zunächst auf Ende 2017 gelegt, manche behaupteten sogar, dass das ursprüngliche Datum, nämlich 2016 eingehalten werden könnte. Dann wurde es aber auf 2018 verschoben und schließlich auf Ende 2019. Trotz alledem schreitet der Bau des Turmes schnell voran; vom Baubeginn im Januar 2013 bis Ende Juli 2016 wurden 45 Stockwerke fertiggestellt. Die Jeddah Economic Company hat zudem eine Website zur Verfügung gestellt, auf der man live den Bau des Turmes verfolgen kann, sowie ein Timelapse-Video und Panoramabilder sehen kann. Die Website finden sie hier. 

Ausblick

Wir können nun alle gespannt auf 2019 blicken, denn wenn dann das Megaprojekt fertiggestellt ist, sollen ja auch schon fast 50.000 Menschen in der King Abdullah Economic City leben, nahe dem höchsten Gebäude der Welt. Doch wie lange es das bleibt, ist ungewiss, denn ein Londoner Architekturbüro plant schon den nächsten Giganten in der irakischen Industriestadt Basra. Das wäre dann mit einer geplanten Höhe von 1152 Metern das höchste Gebäude der Welt.

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