German Design Award 2017

German Design Award 2017
German Design Award 2017

Was versteht man eigentlich unter Design?

Der Begriff Design bedeutet Entwurf und Formgebung im weitesten Sinne. Er ist ein Lehnwort aus dem Englischen und geht auf das Verb designare (lat.) zurück, das „bezeichnen, im Umriss darstellen“ bedeutet und in viele Sprachen eingegangen ist. Im Italienischen sprechen wir von “desegno“, worunter wir die künstlerische Idee, das geistige Konzept verstehen. Den Ursprung des Designs finden wir zu Beginn des Industriezeitalters, da in dieser Zeit Überlegungen der industriellen Formgebung unter der Berücksichtigung technologischer, ästhetischer sowie sozialer Aspekte relevant wurden. In Amerika wurde ein gutes Design vor allem auch unter dem Blickwinkel des verkaufsfördernden, des wirtschaftlichen Elementes betrachtet.

Wenn ansprechendes Design und Marketing eine Verbindung eingehen, läßt sich das Produkt besser verkaufen. Die Schlüsselfaktoren heißen Funktionalität und eine zeitgemäße Hülle des Produkts, was vor allem in der Automobilindustrie eine große Rolle spielt. Selbst Menschen, die sich nicht so gut auskennen, wissen meist sofort, aus welcher Zeit ein bestimmtes Auto stammt und oft sagt man: „Das ließe sich heute nicht mehr verkaufen!“ Bis Mitte des 20. Jahrhunderts übernahmen vor allem Künstler, Architekten und Bildhauer Aufgaben, die mit Designfragen im Zusammenhang standen. Ein eigener Studiengang „Design“ wurde erst in dieser Zeit begründet.

German Design Award 2017

Was sind die Aufgaben des Designs bzw. eines Designers?

Ein anspruchsvolles Design soll mehr als nur Verpackung sein. Andererseits soll es auch nicht dazu dienen um evtl. Schwächen des Produkts zu verbergen! Ein Designer hinterfragt zuallererst die Aufgaben, die das Produkt erfüllen muß und berücksichtigt möglichst alle Elemente, die damit in Verbindung stehen. Das Objekt soll seine Funktion sofort offenbaren und dem Nutzer schnell zur Verfügung stehen. Die Form ist im Grunde das Mittel zum Zweck, was nicht ausschließt, dass diese ansprechend und schön ist. Ein Designer muß bei der Entwicklung eines Objektes sehr komplexe Zusammenhänge überblicken; funktionale, ästhetische, ökonomische und soziale Kriterien müssen ebenso berücksichtigt werden. Je nach Produkt muß er bei dessen Gestaltung Einblicke in Elektronik, Technologie, Programmentwicklung, Bauteilgrößen und Industrienormen haben. Hinzu kommen gestalterische Fähigkeiten, Aspekte der Farbgebung sowie der Ergonomie, die zu beachten sind. Spezielle Kundenwünsche und kaufmännische Gesichtspunkte dürfen ebenso nicht außer Acht gelassen werden.

Muß Design teuer sein?

Oft hat man ja die Assoziation, dass Designprodukte sehr teuer sind. Bei der Herstellung eines Produktes sind verschiedene Faktoren zu bedenken, zum einen die gestalterische Entwicklung, zum anderen die Verwendung hochwertiger Materialien sowie die handwerkliche Verarbeitung. Um den Preis in einem vernünftigen Rahmen zu halten, müssen in erster Linie die Verarbeitungsabläufe und die Herstellungsverfahren optimiert werden.

Welchen Trends unterliegt Design?

Darüber gibt es verschiedene Ansichten. Vom Verbraucher aus gesehen soll es meist möglichst zeitlos und langlebig sein. Neue Richtungen kann man u.a. durch neue Materialien und Herstellungsverfahren einschlagen. Produzenten sind unter Umständen nicht so sehr an der Langlebigkeit interessiert, obwohl die Erfahrung zeigt, dass Markenprodukte mit langer Lebensdauer langfristig durchaus auch wirtschaftlichen Erfolg haben.

German Design Award 2017

Der Preis German Design Award wird vom Rat für Formgebung (German Design Council) verliehen. Dieser ist die deutsche Marken- und Designinstanz und hat seinen Auftrag von höchster Stelle das deutsche Designgeschehen zu repräsentieren. Er wurde 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestags als Stiftung gegründet. Durch ihn wird die Wirtschaft dabei unterstützt, konsequent Markenmehrwert durch Design zu erzielen. Somit stellt der Rat für Formgebung eines der weltweit führenden Kompetenzzentren für Kommunikation und Markenführung im Bereich Design dar.

Neben den Stiftungsmitgliedern besteht das Netzwerk aus zahlreichen Wirtschaftsverbänden, Institutionen sowie Markenlenkern namhafter Unternehmen. Mit dem German Design Award werden innovative Produkte und Projekte sowie ihre Hersteller und Gestalter, die im deutschen und internationalen Bereich wegweisend sind, ausgezeichnet. Er ist sozusagen der Preis, der den Erfolg sichtbar macht. Die internationale Jury ist hochkarätig besetzt und stets auf der Suche nach einzigartigen Gestaltungstrends um sie zukunftsorientiert präsentieren zu können. Es handelt sich hierbei um einen Wettbewerb, der die designorientierte Wirtschaft voranbringt. Der diesjährige Wettbewerb hatte das Thema „Die Neue Gastlichkeit – wie uns Möbel bei der Kunst des Gastgebens unterstützen können“. Ein Jurymitglied gab u.a. folgendes Statement ab: „In Sachen Trends sehe ich vor allem eins hier: Es wird immer digitaler, in vielen Bereichen! Technik für den Menschen gut nutzbar zu machen, ist ein großes Thema im aktuellen Design.“

German Design Award 2017

Jurymitglied Dina Gallo

Die Preisverleihung des German Design Award fand am 10. Februar 2017 im Rahmen der Ambiente in Frankfurt am Main statt.

Seit 2012 gibt es den Newcomer-Preis des German Design Award, der den talentierten Nachwuchs fördern und unterstützen soll. Das Renommee des Wettbewerbs und seine internationale Publizität kann als Karrierebeschleuniger dienen. Der Rat für Formgebung, die Designer- und Markeninstanz Deutschlands, stärkt das gesellschaftliche Bewusstsein für Gestaltung, unterstützt und fördert die Unternehmen in allen Bereichen ihrer Marken- und Designentwicklung. Er bietet zudem ein Forum für den branchenübergreifenden Wissenstransfer und sorgt für Wettbewerbsvorteile seiner Mitglieder: international, erfahren und unabhängig. Zudem bietet sich den Preisträgern die Gelegenheit mit seinen Stiftungsmitgliedern führende Köpfe der designorientierten Wirtschaft kennenzulernen.

Das Preisgeld beträgt 2.500,—€, für den Sieger unter den Finalisten 15.000€. Dieser wird jedoch stets erst am Tag der Preisverleihung selbst bekanntgegeben. In diesem Jahr war es Benjamin Würkner.

Die weiteren Preisträger sind: Dirk Biotto, Janine Dasbeck, Peter Otto Vosding und Philippe Vossel. Alle Kandidaten sind Industriedesigner.

Der Newcomer des Jahres, Benjamin Würkner, wurde 1988 geboren und studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Vor allem beschäftigt er sich mit generativen Prozessen und läßt sich durch die Bionik inspirieren. Er ist Mitgründer von Spacekitchen in Frankfurt, einem Studio für disziplinübergreifendes Design und Architektur. www.spacekitchen.de

Dirk Biotto studierte Industrial Design an der Hochschule für Künste in Berlin. Ihn interessiert vor allem die Frage, wie man die Interaktion von Produkt und Nutzer neu interpretieren kann. www.dirkbiotto.com

Janine Dasbeck studierte Industrial Design in Osnabrück. Sie interessiert sich für Themen aus der Medizin im sozialen und gesellschaftlichen Kontext. www.janinedasbeck.de

Peter Otto Vosding studierte Industriedesign in Darmstadt. Er interessiert sich vor allem für technologische Innovationen wie z.B. für ein Vehikel für die bemannte Marserkundung. www.vosding.de

Philippe Vossel studierte Industrial Design an der Universität Wuppertal. Er befaßt sich mit sehr komplexen Arbeiten im Bereich der Digitalisierung und der Vereinfachung von Prozessen. www.philippe-vossel.com

Außerdem wurde noch der SAP-Gründer Hasso Plattner mit der Personality-Auszeichnung des German Design Award 2017 geehrt. Seit Jahren ist sein Thema das Design Thinking. Im Jahr 2005 stiftete er das Hasso Plattner Institute of Design an der Stanford University.

Seit Jahren unterstützt die Deutsche Telekom als Partner den Newcomer Award. In einer sich rasch verändernden Welt im Spannungsfeld der Digitalisierung, ist es an der Zeit mit Design Verantwortung zu übernehmen, die insbesondere auf den Nachwuchs zukommt, der in diesem Zusammenhang eine tragende Funktion einnehmen wird. „Wir brauchen herausragende Designer, die mit Tatendrang, Können und Gespür bereit sind, die Umwelt von morgen zu gestalten“, unterstreicht Philipp Thesen, Chief Designer Deutsche Telekom AG und Jurymitglied German Design Award, das Engagement der Telekom für die Förderung des Nachwuchses.

Denn Design ist Orientierung und Differenzierung, macht Marken stark und erfolgreich!